Veganes Trekkingfood – ein Selbstversuch

Gibt man die Begriffe „Vegan“ und „Trekking“ in eine Onlinesuchmaschine ein, stellt man schnell fest, dass es mittlerweile auch einige vegane, ultraleichte Outdoorgerichte zu kaufen gibt. Diese sind jedoch häufig ziemlich teuer, sodass man bei Gerichten um die 6-10 Euro mal eben für zwei Personen am Tag 40 Euro ausgeben kann. Und wenn man mal ehrlich ist: Sonderlich gut schmecken diese Fertigmischungen nicht. Deswegen war uns vor unsere nächste großen Trekkingtour klar: Das muss doch auch anders gehen.

In den großen Rucksack muss beim Trekken oft das gesamte Essen für mehrere Tage rein!

Aber wozu überhaupt spezielle Trekkingrezepte? Ernährung auf einer langen Wanderung scheint so eine kleine Wissenschaft für sich zu sein. Hochkalorisch sollte das Essen sein, denn der Energieverbrauch eines Menschen kann beim Wandern schnell mal auf 3000 kcal ansteigen. Außerdem sollte man versuchen, so wenig Gewicht wie möglich mit sich herumzuschleppen. Ein Laib Brot und dazu ein Glas Aufstrich fallen also weg. Außerdem müssen die Gerichte ungekühlt für den Zeitraum der Wanderung haltbar sein. Frisches Obst und Gemüse kann man nach wenigen Tagen also auch vergessen. Wir wollen als hochkalorisches Essen mit geringem Gewicht, welches wir mit möglichst wenig Energieaufwand zubereiten, was aber dann trotzdem noch gut schmeckt und den Nährstoffbedarf eines Menschen deckt. Und in unserem Fall noch: bitte alles vegan.

Dass das alles aber komplizierter klingt, als es ist, zeigt unser Selbstversuch: 6 Tage vegan trekken auf dem Forststeig im Elbsandsteingebirge. Morgens sollte es ein ordentliches Frühstück sein, mittags und wenn Energie aufgefüllt werden muss ein paar Snacks und am Ende des Tages dann ein sättigendes Abendessen. Für 6 Tage (Anreisetag ohne Frühstück und Abreisetag ohne Abendessen) kommen wir somit auf ein Gewicht von 2,7 kg Essen pro Person.

Auch das Wasser hat viel Gewicht im Rucksack

Pro Person hatten wir eine 3 L Trinkblase im Rucksack, da wir bei sehr warmen Wetter gewandert sind mit wenig Möglichkeiten, Wasser zu fassen. Außerdem hatte jeder von uns eine 1,5 L Flasche dabei, welche wir zusätzlich füllen konnten. Zur Desinfektion des Wassers haben wir Micropur Tabletten mitgenommen, würden uns aber beim nächsten Mal doch für einen Wasserfilter entscheiden!

Frühstück

  • 80g Frühstücksbrei + 20 g Toppings= 100g pro Person
  • Unsere Toppings: Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade, Kokosflocken, Chiasamen, Leinsamen

Zum Frühstück haben wir auf veganen Frühstücksbrei aus dem Biomarkt zurückgegriffen. Er hat ein geringes Packmaß, kann mit Wasser aufgekocht werden und ist leicht verdaulich. Jeden Morgen gab es bei uns 80g Frühstücksbrei + 20g Toppings, welche wir im Vornherein schon dazu gemischt haben. Frühstücksbrei unbedingt zu Hause mal probieren, wenns dir nicht schmeckt kann dir das sonst den Tag in den Start ganz schön versauen.

Die Gerichte werden einfach nur mit heißem Wasser aufgegossen

Es ist auch möglich, einfach Müsli oder Granola mitzunehmen. Das kann man zwar auch einfach mit Wasser essen, mit Pflanzenmilch schmeckt’s aber besser. Es gibt mittlerweile auch pflanzliches Milchpulver, dieses erhältst du online oder in gut sortierten Bioläden. 

Abendessen

Alle folgenden Mengenangaben sind für eine Person gedacht.

Die Gerichte müssen nur mit Wasser aufgegossen werden und danach etwa 10 min ziehen. Wir haben die Portionen trocken in einem Zip-Beutel transportiert. Du kannst die Gerichte darin sogar aufgießen, jedoch sollte das Wasser dafür nicht brühend heiß sein.

Couscous al pomodoro

  • 300 ml Wasser
  • 100 g Couscous
  • 3 EL Tomatensuppenpulver
  • 2 EL feine Sojaschnetzel
  • 1 TL Gemüsebrühe
  • 1 TL Italienische Kräuter
  • ½ TL Chilipulver (je nachdem wie scharf man es mag)
  • ½ TL Paprika
  • ½ TL Ras el Hanout
  • 2 EL Kerne
  • 2 fein geschnittene getrocknete Tomaten

Kartoffelbrei mit Zwiebeln und Pilzen

  • 400 ml Wasser
  • 4 getrocknete Steinpilze
  • 80 g Kartoffelbreipulver (gibt’s vegan im Bioladen)
  • 2 EL Röstzwiebeln
  • 1 EL Kerne
  • Kleines Extra, was du dazu kochen kannst: ½ Päckchen dunkle Soße (vegan im Bioladen)

Spaghetti Bolognese

  • 300 ml Wasser
  • 125 g Fadennudeln (Aufpassen!, viele Fadennudeln sind mit Ei)
  • 2 EL Sojaschnetzel
  • ½ Packung Tomatensoßenpulver (Bioladen)
  • 2 EL Kerne
  • 4 fein geschnittene getrocknete Tomaten
  • 1 TL Italienische Kräuter
  • ½ TL Chilipulver
  • ½ TL Gemüsebrühe
  • 1 Prise Pfeffer

Thai-Curry (unser Favorit!) 

  • 300 ml Wasser
  • 125 g Glasnudeln (am besten die feinen)
  • 3 EL Kokosnussmilchpulver (Internet, Asiamarkt oder gut sortierter Supermarkt)
  • 2 TL Currypulver
  • 1 1/2 TL Gemüsebrühe
  • ½ TL Chilipulver
  • 2 EL Kerne
  • 2 getrocknete Tomaten
  • 1 TL Erdnüsse

Snacks

Auch wenn du auf den Energiegehalt und das gewählte Packmaß deiner Snacks achten solltest, ist es auch wichtig, dass du dir eine kleine Auswahl mit nimmst und sie dir auch schmecken, ansonsten kann deine Laune ganz schön in den Keller gehen.

Wir hatten pro Person und pro Tag dabei:

  • 25 g Trockenfrüchte: Bananenchips; Mix aus Pflaumen, Aprikosen und Äpfeln; Mangostreifen (ungeschlagener Favorit!)
  • 30 g Nüsse: Paranüsse, Haselnüsse, Walnüsse
  • 25 g Süß/Knabberkram: Schokolade, Sesamcracker, Cookies, Schokohimbeeren, Sesamkrokant, Erdnusskrokant
  • 4 Nuss- oder Müsliriegel
  • 1 Spacebar: Das sind vegane Würste, welche ihr ungekühlt mitnehmen könnt. Sie enthalten besonders viel Protein und sind das herzhafte Highlight des Tages. Erhältlich sind sie im Bioladen oder auch in der Drogerie. Es gibt sogar vegane Landjäger! 😀

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